
Ali vs. Clay #21: Selina Reiterer
Textil und Textur. Schwung und Schwingung. Selina Reiterer arbeitet auf allen Ebenen mit Textilien. An der Oberfläche mit unterschiedlichen Drucktechniken. Auf der Ebene des Gewebes mit Stickerei. Und im Hintergrund liegt die Beschäftigung mit traditionellen Techniken und neuen Technologien. Ihre Arbeit ist zwischen Kunst und Textildesgin angesiedelt und so findet man darin nicht nur visuell erfahrbares sondern auch immer wieder Funktionen, die als kleine Spielereien getarnt sind und dabei die Potentiale eine großartigen Zukunft in sich tragen.
Neben ihrer eigenen künstlerischen Tätigkeit war sie maßgeblich an der Entwicklung des S-MAK beteiligt und ist Vorstandsmitglied der Berufsvereinigung bildender KünstlerInnen Vorarlberg.
Weil Selina eine großartige Mitarbeiterin im Druckwerk war, freuen wir uns besonders, einen Einblick in ihre Kunst zu bekommen.
Ali vs. Clay:
Eins gegen eins mit sich selbst. Und weil Handgreiflichkeiten hier nichts mehr nützen, müssen Worte herhalten. Wir laden nun in einem Mindestmaß an Regelmäßigkeit einen Künstler oder eine Künstlerin ein, im Druckwerk ausnahmsweise nichts zu produzieren sondern zu reden. Die Künstler und Künstlerinnen stellen ihre Arbeitsweise vor und bekommen die Möglichkeit einen Einblick in den Entstehungsprozess ihrer Kunst zu vermitteln. Angeregt durch die Erzählungen soll dann weiter geredet werden, am besten über Kunst und alles Andere.

Ali vs. Clay: Veronika Dirnhofer
Veronika Dirnhofer ist bildende Künstlerin, sie lehrt seit vielen Jahren an der Akademie der bildenden Künste, Wien. Sie arbeitet seit Jahren in wechselnden Kooperationen und stellt ihre Arbeiten am liebsten gemeinsam mit anderen künstlerischen Arbeiten in einen Zusammenhang.
Sie sagt: Freiheit, Fürsorge, Kraft und Widerstand, Leben und Verschwinden und die Fragilität dieser Zustände sind die Themen um das sich mein Tun kreist. Und immer schwebt unausgesprochen die Frage nach der Relevanz von Kunst über allem. Eine Frage, die das Potenzial hat, den Boden, auf dem sich jede von uns bewegt, immer wieder ins Wanken zu bringen. Warum weitermalen, weiterschreiben, weiterdenken? Und wahrscheinlich kommt an diesem Punkt Ingeborg Bachmann ins Spiel, die wider aller Vernunft vom Böhmen am Meer spricht, denn „Ich glaube wirklich an etwas, und das nenne ich 'Ein Tag wird kommen'. Und eines Tages wird es kommen, ja, wahrscheinlich wird es nicht kommen (...). Es wird nicht kommen, und trotzdem glaube ich daran, denn wenn ich nicht daran glauben kann, kann ich auch nicht mehr schreiben" (Ingeborg Bachmann im Gespräch mit Gerda Haller, zit. nach s.o.)

Ali vs. Clay: Markus Gell
Markus Gell betreibt in Rankweil eine ausgezeichnete und weit über die Region hinaus bekannte Editionswerkstatt. In dieser Werkstatt entstehen in enger Zusammenarbeit zwischen dem Meisterdrucker Gell und den unterschiedlichen Künstlern und Künstlerinnen die hierfür zu ihm kommen, beeindruckende Kunstwerke. Um diese Arbeitskonstellation auf Augenhöhe herzustellen, braucht es nicht nur ein hohes Maß an handwerklichem Können, sondern auch eine Sensibilität für unterschiedliche Ästhetiken und Einfühlungsvermögen in die jeweilige Künstlerpersönlichkeit.
Die Handwerklichen Fertigkeiten und das ästhetische Gespür zeigen sich auch in seinen ganz eigenen Arbeiten, die entstehen, wenn es die Zeit zulässt.